Na, keinen Platz mehr zu Hause auf dem Sofa gefunden…

19. Februar 2021 0 Von Uta Lewien-Schmidt
#lebensmitte, #innere Antreiber

Deine inneren Antreiber sind die Haustiere Deiner Persönlichkeit

Das passiert. Neben unseren tatsächlichen Haustieren (bei mir sind es zwei Havaneserhündinnen und ein Wellensittich) haben wir nämlich kleine anstrengende tierische Wesen, die scheinbar mit uns im Haus wohnen. Mitbewohner, die ständig ungefragt ihre Kommentare abgeben, sich in unseren Gedanken und im Gewissen breitmachen. Sie sitzen bei Dir mit am Frühstückstisch am Abend auf dem Sofa. Und sie liegen oft sogar nachts mit im Bett und rauben Dir zwar nicht die Bettdecke, aber den so dringend benötigten Schlaf. Diese unliebsamen kleinen Wesen verfolgen Dich schon ziemlich lange, oft wurden sie nämlich schon in unserer Babyboomerkindheit geprägt. Und sie bleiben Dir treu, wenn Du nichts dagegen unternimmst. Und das ist nicht so einfach. Was Jahre gebraucht hat, sich festzusetzen, wird man natürlich von einem zum anderen Tag nicht mehr los. Der erste wichtige Punkt ist die Wahrnehmung, da könnte sich doch schon eine tierische Wohngemeinschaft auf unserem Sofa herumlümmeln und uns den Raum für Entspannung und im Leben begrenzen.

Innere Antreiber – und nichts anderes bedeutet unsere Artenvielfalt – haben wir als Kinder übernommen.

Vorgelebt von unseren Großeltern und Eltern wurden uns Einstellungen, Handlungsempfehlungen wie „perfekt zu sein, stark zu sein, schnell zu sein und nicht zu trödeln, und sich immer anstrengen“ vermittelt. Gefühle – waren Luxus, denn „Indianer, kennen schließlich  keinen Schmerz!“. Bezeichnend für die Nachkriegsgeneration. Oft wurden die Ansagen auch in versteckten doppeldeutigen Botschaften in den sogenannten Sprichwörtern verborgen. Wetten, dass Dir sofort die Top-Sprichwörter Deiner Familie einfallen? Gemischt mit unserer erworbenen persönlichen Werteskala, entwickeln wir Glaubenssätze, die in den meisten Fällen keinen positiven Aspekt haben. Als Babyboomer spreche ich hier aus Erfahrung. Mein Zoo drückte sich in einem prächtigen übergroßen Papagei aus, der mir ständig auf der Schulter saß. Bei allen passenden und unpassenden Gelegenheiten gab dieser Papagei ungefragt einen Kommentar ab. Eingeleitet meistens mit einem „Siehste, hab ich Dir doch gleich gesagt, dass Du das nicht kannst…!“. Es hat seine Zeit gedauert, bis ich den Artgenossen endlich von der Schulter verwiesen habe. Und es war nicht einfach … aber, es hat sich gelohnt.

Die Lösung für das Problem? Können wir unsere Routinen noch verändern?

Sich seinen Antreibern bewusst zu werden, ist der erste Schritt. Dann hast Du die Möglichkeit, den Weg der Veränderung zu gehen. Bring Deinen „Tierchen“ wieder Manieren bei. Ganz ohne Regeln, geht es in der besten Wohngemeinschaft nicht. Deine Zoobewohner sind hinsichtlich Deines Zusammenlebens uns sehr ähnlich. Sie passen sich unseren Zügen bestens an. Du musst ihnen eine Orientierung geben und Entscheidungen treffen. Und glaub mir, es gibt keine schlechten oder guten Entscheidungen. Entweder es funktioniert – oder Du weißt, was Du verändern musst. Beim Scheitern gewinnst Du die Erkenntnis, dass es noch einen anderen Weg gibt. Und das ist keine Schande. Nur Stillstand – keine Entscheidung treffen und aushalten, ist der falsche Weg.

Gerade in der Lebensmitte ist oft das Kapitel Veränderungen in unserem Leben etabliert.

Die Lebensmitte ist ein Wendepunkt im Lauf des Lebens. Die Vergangenheit liegt hinter uns. Das Spiel für das letzte Drittel ist angepfiffen. Und das bedeutet Veränderungen. Manche durchleben wir selbst – die Kinder werden erwachsen und verlassen den Haushalt. Unsere Familie und unser Zusammenleben verändern sich. Und genau dieser Wandel ist nicht leicht für uns zu verdauen. Wir suchen nach Orientierung. Es ist die Zeit, in denen Entscheidungen zu treffen sind – beruflich und privat. Wie gehen wir um mit dem vielleicht letzten Drittel unseres Lebens? Bislang galt für uns wie für alle nachfolgenden Generationen immer der Vorteil, immer noch aus einem vollen Zeitkontingent schöpfen zu können. Fehler waren erlaubt, wir machen das wieder besser mit einem erneuten Reset. Genau dieser Vorteil geht uns aber mit zunehmenden Lebensalter unter Umständen verloren. Jedenfalls wird die Gewährleistung darauf immer geringer. Sie könnte vertraglich nicht zugesichert sein. Du kannst sie auch nicht einklagen. Du musst akzeptieren, dass Du bis hierhin, auch eine Menge Glück gehabt hast im Lebenszeitmanagement. Bist Du Deinen Träumen gefolgt und hast Du Dir selbst genügend Raum gegeben, diese zu leben? Oder hast Du doch mehr oder weniger anderen Herren gedient und funktioniert?

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt immer weiter. Statistisch gesehen, hast Du noch ein Zeitpolster, um Dein Leben bewusst zu gestalten, Neues zu entdecken und ein Leben selbstbestimmt zu führen. Entscheidungen zu entscheiden, können in einer Dauerschleife enden. Die Angst davor, einen Fehler zu begehen und eine falsche Entscheidung zu treffen, bringt uns manches Mal fast um. So etwas will gut überlegt werden. Also, was sagte „man“ doch so gerne… „noch mal eine Nacht in Ruhe darüber schlafen…“ oder „morgen ist ja auch noch ein Tag“. Wir denken darüber nach… Gehen mit uns im Verstand ins Gericht. Wieder keine Entscheidung getroffen. Wir suchen nach Orientierung und greifen im Unterbewussten dann nach Werten, Glaubenssätzen und unserer kritischen Stimme im Kopf. Die, die immer in uns zu finden ist. Sie plappert, immer dann, wenn wir gerade nicht diskutieren wollen. So im Unbewussten, was uns doch so von Großeltern und Eltern mitgegeben wurde. Und dann sind sie da… die inneren Antreiber. „Beeile Dich…trödel nicht rum…mein Gott, das kann doch nicht so schwer sein“. „Sei beliebt (also pass auf, dass Du mit Deiner Entscheidung nicht aneckst). Sei stark… (wenn Du stark bist, kommst Du weiter… Unentschiedenheit wird als Schwäche ausgelegt)“.

Der "Innere Schweinehund" ist kein Kandidat für Veränderungen. Mit einem Coaching kannst Du ihn an die Leine nehmen

Das Thema  ist wichtig.  Einen Schritt weiter nach vorn, um Dir endlich mehr Mut für ein selbstbestimmtes glückliches Leben zu geben. Ein wichtiger Impuls im Coachingprozess. Nächste Woche geht es weiter. Beim nächsten Mal werden wir uns mit den “ Inneren Antreibern und dem Gegenspieler „Innerer Schweinehund“ beschäftigen. Woher kommt der Ausdruck überhaupt? Und wie können wir ihm die Regeln einer Wohngemeinschaft vermitteln… Dann… darf er auch vielleicht ab und zu mal wieder neben Dir auf dem Sofa Platznehmen.

Also ab jetzt auf´s Sofa. Ich freue mich darauf!

#innere antreiber #coach #transaktion
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