Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…Mache doch Deine Träume wahr und tausche sie gegen die guten Vorsätze ein…

14. Januar 2021 0 Von Uta Lewien-Schmidt
Hermann Hesse "Stufen"

Ein frohes und gesundes neues Jahr wünsche ich Ihnen. In diesen Tagen singe ich gemeinsam mit Ihnen im Chor, dass das Jahr 2021 doch nur besser werden kann. Auch ich brauchte für diesen Jahreswechsel einige Tage mehr, um die Ereignisse des alten Jahres loszulassen. Freiwillige Kontaktbeschränkung vor den Festtagen, damit die älteren Familienmitglieder nicht an Weihnachten ausgeschlossen waren, schränkten meine Bewegungsfreiheit ein. Dass dies bei uns dann doch geklappt hat, war für mich das größte Geschenk, denn wir konnten uns in die Augen sehen. Und niemand musste alleine bleiben.

Wie meine Klienten so nutze ich als Coachingfachfrau, die eigene Methodenkompetenz, um sich immer wieder den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Anspannung, Ängste und Sorgen einfach mal wegatmen und – ich gebe das zu – auch mal verdrängen. Ich bin ebenfalls nur ein Mensch und keine Maschine, mit Programmierung und regelmäßigem Softwareupdate gesteuert. Mir geht es nicht anders als vielen Menschen weltweit. Es ist schwer, manchmal die Balance zu halten im Durcheinander. Was hilft mehr, die Fakten der Wissenschaft, die Logik und das gemeinschaftliche Ziel, diese Pandemie endlich zu besiegen? Oder die Berichterstattung und Diskussionen einfach mal abschalten und auf Tauchstation gehen? Meine Empathie – beruflich immer an der langen Leine – musste auch an die kürzere geknüpft werden, denn auch mir sind Grenzen gesetzt überall zu helfen. In meinem Privatleben sind viele Dinge auf der Strecke geblieben. Aber, wir erfreuen uns bisher bester Gesundheit und leben mehr in unserer oft nun kleineren Welt.

Vieles musste neu organisiert werden und Selbstverständlichkeiten oder „langweilige“ Routine bekamen eine neue Bedeutung. Wie gerne hätte man das mal wieder. Und wie oft haben wir doch in unserem „alten“ Leben so sehr gestöhnt darüber. Und dann immer Angst um die Lieblingsmenschen, die Bekannten, die Kollegen, dass irgendetwas passieren könnte. Oft lagen abends die existenzielle Sorge, „ob das Geld reicht und wie sicher der Arbeitsplatz überhaupt ist“ , gleich mit im Bett und raubten uns Menschen den Schlaf. Berufliche Ziele wurden vertagt, Weiterbildungen reduzierten sich auf den Bildschirm, netzwerken war in der Tat nur noch über das Kabel möglich. Schöne neue digitale Welt mit Hindernissen. Und in Coachingprozessen hatten auf einmal mehr „kurzfristigere“ Ziele eine höhere Priorität und konnten gemeinsam erreicht werden. Alles andere wurde auf später verschoben. Anders als jemals gedacht. Und doch…

Mein Titel des Beitrags ist inspiriert von einem Literatur-Nobel-Preisträger. Hermann Hesse verfasste sein Gedicht „Stufen“ im Jahr 1941 nach langer Krankheit und beschreibt die immer wieder neuen Veränderungen in einem Leben. Wir Menschen verharren oft zu sehr in einem Kapitel unseres Lebens – dem vermeintlichen Höhepunkt. Wir fürchten die Veränderung und schreiben lieber noch einige Seiten im „jetzigen“ Kapitel weiter. Das scheint sicherer zu sein. Zwischen den Jahren folgt bei mir immer der versöhnliche Abschied von den Niederlagen und die Freude über die Erfolge. Und eigentlich ist alles irgendwie ein Erfolg. Denn aus den Niederlagen habe ich hoffentlich etwas dazu gelernt.

Die Planungen für 2021 habe ich in diesen Tagen fertiggestellt. Mich intensiv und kreativ anders auf viele veränderte Aspekte eingelassen. Und dann ist sie da, die Vorfreude auf vielen neuen Themen im Life-Coaching und Hilfe zum Netzwerken gegen Einsamkeit. Die spüren nämlich nicht nur die Senioren unter uns. Aber auch das Business-Coaching hat viele Themen wieder aus der Tiefe an die Oberfläche gebracht. Die Fragen nach „Wie sieht es real aus mit der soliden Haushaltspartnerschaft in den Familien“ finde ich nicht ausreichend von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik beantwortet. Wo knüpfen Frauen und langjährig erfahrene Mitarbeiter wieder an, wenn sie die Tür vom Homeoffice wieder weit öffnen und diese durchschreiten? Ich finde, wir stehen wieder ganz am Anfang einer neuen Zeit. Und wir werden nicht einfach da wieder starten, wo wir im vergangenen Jahr aufgehört haben. Hoffentlich! Es ist an der Zeit, neue Kapitel zu schreiben und das Inhaltsverzeichnis unseres Lebensbuches zu erweitern. Sich wirklich selbst, eine neue Orientierung geben, vielleicht aktuell mit beratender Unterstützung. Und statt pauschalen guten „alten immer wiederkehrenden“ Vorsätzen am Jahresanfang (die schon oft nach einigen Tagen wieder auf der Strecke bleiben), den Wünschen und Träumen, mehr Raum jenseits des Turboganges im eigenen Leben zu ermöglichen. Und das ist dann auch keine Aufgabe für die ersten zwei Wochen des Jahres, sondern ein stetiger Wandel, der uns das ganze Jahr begleitet. Nehmen Sie sich 365 Tage für die kleinen Schritte der Veränderung. Ich freue mich darauf.

Halten wir es doch wirklich mit dem Zitat von Hermann Hesse:

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Ich freue mich auf ein gutes Jahr 2021 mit Ihnen gemeinsam. Den Kontakt können wir weiterhin halten, wenn auch die Gesprächsformen (Telefon, EMail, Skype etc.) sich verändern. Aber dazu gerne in den folgenden Wochen mehr. Einen guten Start und bleiben Sie gesund!

Ihre Uta Lewien-Schmidt

Quelle Foto: Adobe Stock
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