An Tagen wie diesen… Wo einfach nichts funktioniert und die beste Planung auf der Strecke bleibt.

7. Juli 2020 0 Von Uta Lewien-Schmidt

Montag eben. Dabei hätte es natürlich auch ein ganz normaler anderer Tag sein können. Der Terminkalender war voll, fest verplant waren die Einsatzzeiten am Schreibtisch. Die positiven Momente des Wochenendes wirkten noch nach, aber nach einer unruhigen Nacht waren die körperlichen Grundbedürfnisse – Essen, Trinken und Schlafen – leider nicht voll gestillt. Eher ziemlich schlecht geschlafen. Das Umschalten vom Wochenende auf die Arbeitswoche fällt vielen von uns schwer. Pflichtbewusst tauchte ich also in die Arbeitswelt ein. Die Technik war heute die große Aufgabenstellung. Die Aktualisierung des Grafikprogramms war eine echte Herausforderung. Irgendwie sprachen Laptop und Cloud keine gemeinsame Sprache. Einer von beiden – oder vielleicht doch ich und meine Ungeduld – verpasste immer den Einsatz. Erst keine Updates, dann alles doppelt, dann wieder löschen und ganz viel Geduld, die bei mir, aber auch bei meinem Laptop irgendwann nicht mehr vorhanden war. Effizienz? Keine Spur. Die Laune war auf dem Nullpunkt und ich war im Kopf voll damit ausgelastet, meine Arbeitspakete neu zu schnüren.

Ein Coach (auch ich!) hat sein Handwerk gelernt, verfügt über Lebenserfahrung, weiß, wie man die Perspektive wechselt und sich gedanklich in sein Gegenüber versetzt. Aber was nun, wenn der Coach sein eigener Klient ist? SIE – also ich meine natürlich ICH – ist auch ein ganz normaler Mensch. Auch wir pendeln uns immer wieder neu ein. Wir optimieren unsere Theorie und lernen in der Praxis auch jeden Tag wieder etwas hinzu. Schön ist es, wenn wir uns dann auf unsere Methoden wieder entsinnen können. Ressourcen erkennen und den Weg in die Wohlfühlphase finden und gehen. Das innere Navigationssystem hat mich von dem wütenden Telefonat mit der Servicehotline der Softwarefirma abgehalten. Den Punkt habe ich vertagt, da die Emotionen bestimmt hochgeschlagen wären. Eine gute Tasse Kaffee, einen Spaziergang mit den Hunden haben für Entspannung gesorgt. Keine verlorene, sondern gut investierte Zeit. Ein gesundes Mittagessen und dann den Nachmittag mit anderen Aufgaben gefüllt – ohne Technik. Längst überfällige Ablage erledigt, Redaktionspläne überarbeitet und Fachliteratur gesichtet. Und am Ende eines Arbeitstages, einfach mal Ruhe und früher schlafen gehen. Versuchen, mich mit dem Tag wieder zu versöhnen.

Wenn nicht immer alles auf den Punkt klappt, die Höhenflüge auf sich warten lassen, dann sollte man einfach mal die innere Haltung verändern. Es könnte ja auch ein unerwarteter Glücksfall sein, Raum für Pausen, fürs Nachdenken und Zu-mir-Kommen zu gewinnen.

Der Tag danach wird besser. Die Ressourcen sind aufgefüllt. Ich habe gelernt, dass Stress mich immer mehr dazu bringen sollte, flexibel auf Anforderungen zu reagieren. Die kleine Weltanschauung hat keine empfindlichen Risse bekommen. Heute habe ich alle Ressourcen genutzt. Und den Blick und die Haltung verändert. Besser geschlafen. Die Freiheit genossen, im Homeoffice meinen roten Pullover und rote Schuhe tragen zu können. Der Kosmetikindustrie wieder zu mehr Umsatz verholfen, weil ich endlich mal wieder den knallroten Lippenstift aussuchen konnte, da man ja keinen Mundschutz im Home-Office braucht. Und wer sagt, dass man nicht schon morgens um sieben Uhr beim Gassigang strahlend aussehen kann? Die ersten Sonnenstrahlen im Garten sehen, Frühstück…und eine gute Tasse Kaffee…und eine zweite… Das Softwareproblem hat sich übrigens erledigt. Auch der Laptop und das Update haben ihre innere Haltung verändert und arbeiteten nach einer Ruhepause wieder im Einklang.

Also wenn Dein Alltag gerade mal Hindernisse für Dich bereit hat, aktiviere Deine Ressourcen, besinne Dich auf Deine Bedürfnisse. Egal ob am Arbeitsplatz oder in Deinem persönlichen Umfeld. Und sorge für Dich, dass es Dir gut geht!